Voraussetzungen für Frührente

Immer mehr Menschen gehen in Frührente. Insgesamt gibt es in der Bundesrepublik ca. 1,67 Millionen Rentner, deren Erwerb durch den früheren Eintritt gemindert worden sind. Viele davon müssen ihre Arbeit aufgeben, weil sie an psychischen Problemen leiden.

42 Prozent aller sogenannten Erwerbsminderungsrentner verließen 2012 ihren Job wegen Angstzuständen oder Depressionen. Nur 14 Prozent begründen ihren Austritt mit körperlichen Beschwerden des Bewegungsapparates. An dritter Stelle stehen Krebs- oder Kreislaufprobleme.

 

Frührente wegen psychischer Leiden

Der Rentenversicherungsträger erklärt sich die hohe Zahl der Frührentner wegen psychischer Leiden mit der allgemeinen Akzeptanz psychischer Beschwerden.

Mediziner sind heutzutage eher gewillt, Depressionen oder Angstzustände zu diagnostizieren. Außerdem werden in einer modernen Arbeitswelt neue Schwerpunkte gesetzt, die durch ständige technische und konzeptionelle Anpassungsherausforderungen immer mehr ältere Arbeitnehmer überlasten.

Über 60 Prozent der Frührentner waren 2012 sogar unter 50 Jahre alt. Von den ausgezahlten Erwerbsminderungsrenten können sie kaum leben und müssen in den meisten Fällen vom Staat finanziell unterstützt werden. Dafür müssen sie auf die Unterstützung von Hartz IV, Wohngeld, staatliche Grundsicherung oder Sozialhilfe zurückgreifen.

Beinahe alle Senioren, die vor dem 63. Lebensjahr in Frührente gehen, müssen mit durchschnittlichen Abzügen von ca. 77 Euro rechnen.

 

Frührente – Einbußen in jedem Falle

Auch wenn ein Gros der Arbeitnehmer bei Frührenteneintritt nicht mit Altersarmut zu kämpfen hat, muss auch dieser Teil mit finanziellen Einbußen rechnen.

Einerseits muss der Frührentner den Zeitraum bis zum regulären Renteneintritt überbrücken und andererseits müssen die fehlenden Rentenbeiträge ausgeglichen werden. Abgesehen davon fallen auch reguläre Renten natürlich niedriger aus, als zuvor gezahlte Gehaltszahlungen. Will der Arbeitnehmer also seinen vorherigen Lebensstandard auch nach dem Renteneintritt halten, sollte er sich zusätzlich privat absichern. Für jeden Monat, den der Arbeitnehmer weniger arbeitet, zahlt die Rentenversicherung 0,3 Prozent vom Bruttogehalt weniger.

Wer mit 63 statt mit 67 Jahren in Ruhestand gehen möchte und mindestens 35 Jahre eingezahlt hat, verliert über 14 Prozent seiner Rente. Diese Einbußen muss er dann bis zum Ende seines Lebens in Kauf nehmen.